Dreilandecho

Klatsch, Tratsch und Kulinarisches aus dem Dreiländereck zwischen Müllheim, Lörrach, Schopfheim, Zell, Todtnau und Feldberg

Weit übers Ziel hinausgeschossen!?

Weit übers Ziel hinausgeschossen!?

Polizei verbietet laut Pressebericht Veröffentlichung in der lokalen Zeitung

Beim „stillen Protest gegen Grundrechte-Einschränkungen“ am 25. April auf dem Schopfheimer Marktplatz, über den in der Lokalausgabe der „Badischen Zeitung“ am 27. April dann auch berichtet wurde, kam es zu einem sehr bedenklichen Eklat: Ein Polizeibeamter habe der Reporterin, Fotos zu machen und ihr erklärt, dass auch die Berichtüberstattung über den Protest im übrigen „friedlicher“ Bürgerinnen und Bürger nicht erlaubt sei.

Natürlich hielt sich der Verlag nicht an dieses „Verbot“. Aber man muss sich doch fragen, ob es nach all den Einschränkungen persönlicher und im Grundgesetz verankerter Freiheiten nun auch der Presse- und Meinungsfreiheit an den Kragen gehen soll. Oder war das Vorpreschen der Polizei bzw. des Polizeibeamten lediglich eine Entgleisung eines einzelnen Ordnungshüters?

Weitere Recherchen haben ergeben, dass sich eine Beamtin lediglich verbat, dass ihr Bild, das wohl aus unmittelbarer Nähe von ihr mit dem Handy aufgenommen wurde, in den sozialen Medien veröffentlicht wird. Ihr gutes Recht! Und die Polizei behauptet im Nachhinein, dass von einem Verbot der Veröffentlichung von Texten über die Sitz-Demo nicht die Rede gewesen sei.

Dies als Nachtrag der Vollständigkeit halber und aus Gründen der Objektivität.

hegenet

1 Kommentar bisher

hegenet Veröffentlicht am10:29 am - Apr 29, 2020

Jetzt scheint es langsam duster in diesem unserem Lande zu werden. In einer Stress-Situation dürfte die Beamtin, die sich da aus der Deckung wagte, nicht gewesen sein. Schließlich war es eine total friedliche Sitz-Demo ohne Geschrei, ohne körperliche Nähe zu Sitznachbarn oder Gleichgesinnten und ohne Verstoß gegen irgendwelche anderen rechtlichen Bestimmungen, zu der ein paar Mitbürger auf dem Marktplatz zusammenfanden. Auch wenn die Polizistin in erster Linie ihr gutes Recht in Anspruch nahm, die Verwertung eines Fotos von ihr aus der Nähe zu verbieten, müsste der Vorfall zum Nachdenken darüber anregen, wie sehr die Verbote an Nervenkostümen rütteln, nachzudenken. Es dürfte nicht schaden, wenn bei jedem aufrechten Demokraten die Alarmglocken etwas lauter als bisher schrillen…

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